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  • Susanne Bhangu

Sich selbst begegnen, was heißt das?

Aktualisiert: Okt 28

Sie erkennen immer mehr Anteile in Ihnen und wissen nicht was Sie damit anfangen sollen?


Das Ziel einer jeden Aufstellung ist, seinen Anteilen zu begegnen. Aber was heißt das eigentlich? Und vor allem, was mach ich dann mit ihnen?

In jedem Aufstellungsprozess tauchen sie auf: Anteile von uns, meist verborgene und wenn doch bekannte, dann mit unbeliebten Eigenschaften.

Manche sind so schwach und hilflos, dass wir sie gar nicht sehen wollen und entkommen sie unserer Wahrnehmung doch nicht, so bedienen wir uns scheinbar attraktiverer Anteile, um die schwarzen Schafe in uns wieder in den Stall zu bringen.


Unsicherheit weicht womöglich Stolz und Überheblichkeit, Ängstlichkeit überspielen wir vielleicht mit übertriebener Freundlichkeit und Trauer mit unpassendem Humor.

Auch Wut ist ein allseits gern verdrängter Begleiter. Bei Wut verhält es sich oft so, dass wir lieber wütend auf uns selbst sind, als auf Situationen oder Menschen, die über unseren Gartenzaun getrampelt sind.


Wir alle kennen das: Lächeln, wenn uns zu weinen ist und Kompromisse eingehend, obwohl wir Konsens wünschen. Es scheint, als stünden unterschiedliche Anteile in uns im Konflikt und korrekt wie wir sein wollen (die derzeitige globale Lage spiegelt unser Gutmenschseinwollen so klar, wie kaum eine andere Krise zuvor), beugen wir uns denen, die unsere Deckung gewährleisten.


Wir sind vollgepumpt mit Benimmregeln, sozialen dos and dont´s und Suggestionen darüber, wie wir sein sollen, so dass wir gar nicht merken, wie sehr wir uns von unserer NATUR entfernt haben. Von unseren natürlichen Gefühlen und inneren Wahrnehmungen, wie auch Verhalten und Wünschen, denn der Mensch strebt nach Wachstum, Verbundenheit UND Freiheit.


Mir scheint die Diskrepanz zwischen der inneren Wahrnehmung und den äußeren Verhaltensmustern, essentiell.

Das eine sind Anteile, die sich melden, das andere sind Strategien, die wir uns aus einer längst vergangenen Not zurecht gelegt haben. Beide Prozesse laufen unbewusst ab und der 1. Schritt, mit sich in Kontakt zu treten ist der, diese beiden Positionen voneinander zu unterscheiden.


Das Arbeiten mit der Anliegenmethode (nach Prof. Dr. Franz Ruppert) gibt uns Einblick in genau diese Dynamiken. Im Verlauf solch einer Aufstellung treten sie

nämlich beide ans Licht, die gegenseitigen Pole mit ihren Protagonisten.

Die inneren Anteile UND die Strategien.

In einer Aufstellung begegnen wir Fragmente unseres Selbst, also unserer Identität mit all ihren Erfahrungen aber auch den Strategien, die gar nicht wollen, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes zu uns kommen. Wenn wir zu uns kommen, also bei uns sind, lächeln wir nicht mehr, wenn wir traurig sind. Wir machen keine gute Mine zum bösen Spiel und bedienen uns auch keiner Strategien mehr, um vor uns wegzulaufen.

Dann reden wir nicht, wenn uns zum Schweigen ist und wir treffen auch die Menschen nicht, die wir nicht mögen. Wir achten auf unser Wohlbefinden, auf unserer Bedürfnisse und Sehnsüchte. Nichts und niemand ist wichtiger als unsere eigene Vitalität und ohne es zu merken werden wir stark DURCH unsere Schwächen und sind nebenbei auch noch Stütze für andere, WEIL wir Substanz bekommen haben. Wir fühlen zum 1. Mal unser Gegenüber, weil wir uns selbst fühlen.

Unsere neuen Begleiter sind mehr Energie, Vitalität und ein klarer Geist. Eine gute Wahrnehmung und unendliche Selbstliebe.

Aber wie kommen wir dahin?

Angenommen, Sie begegnen in einem Prozess einer tiefen Wunde. Einem Anteil in Ihnen, der sehr verletzt und gedemütigt ist. In der Regel wollen wir diese Empfindungen im Alltag weg haben. Wir weisen das Gefühl der Demütigung zurück. Der Prozess fordert Sie jedoch zu einer anderen Herangehensweise auf. Wenn es Ihnen hilft, dann nehmen Sie ein Bild aus Ihrer Kindheit in die Hand. Sehen Sie das Kind, das gedemütigt wurde. Sehen Sie die Not und die Hilflosigkeit in ihm. DAMALS gab es keinen, der für es da war und auch niemanden, der es geschützt hat.

Dieses kleine Kind wirkt so lange "störend" in Ihnen, bis Sie sich ihm zuwenden.

Bis Sie es schützen! Immer und immer wieder.

Sprechen Sie mit ihm. Teilen Sie ihm mit, dass Sie nun erwachsen sind, dass Sie es bis hier her geschafft haben. Machen Sie ihm immerwieder bewusst, dass Sie nun aufstehen dürfen, wenn Ihnen etwas nicht gefällt. Dass Sie reden dürfen, wenn Sie was zu sagen haben. Sie, als Erwachsener behandeln diesen Teil in Ihnen wie einen Schatz, den Sie behüten und schützen. Erst wenn sich dieser gedemütigte Teil in Ihnen SICHER fühlt, wird er sich raus wagen und im JETZT und HEUTE ankommen, sprich reifen. Dann werden die Wunden heilen, dank IHRER Obhut, Zuwendung und Ihres Mitgefühls für sich selbst.

Was Ihre Strategien angehen, so brauchen Sie gar nichts tun, denn diese verschwinden von alleine, wenn sie Sich ihren verdrängten Anteilen widmen. Wenn Sie mit Mitgefühl und Liebe auf sich SELBST schauen und das, was Ihnen passiert ist.

Folgende Fragen können Ihnen als Kompass dienen:

- Wer tut mir gut, bei wem fühle ich mich wohl?

- Welche Themen geben mir Energie?

- Welche Menschen will ich um mich haben?

- Welche sollte ich meiden?

- Welche Bedürfnisse sind mir wichtiger? Die der anderen oder meine eigenen?

- Was mache ich täglich, um mir gutes zu tun?

- Wahre ich meine Grenzen, wenn ich sie spüre?

- Wie sehr gehe ich mit meiner Energie? (Rasten, bei Müdigkeit, Essen bei Hunger, Ruhe, bei Rückzugswunsch, Kontakt bei Verbundenheitsbedürfniss)


Eine Frage, die Sie sich immer stellen können ist folgende:

Was brauche ich JETZT?

Niemand sonst, außer Sie selbst, hat die Verantwortung für die Erfüllung Ihrer Bedürfnisse und ja, auch wenn viele nicht auf der Stelle zu erfüllen sind, so können Sie dennoch damit beginnen, einen Schritt auf die Erfüllung Ihres Bedürfnisses zu zugehen.


Wenn irgendetwas in Ihnen heilen soll, dann bleiben Sie bei sich. Legen Sie den Fokus auf sich und Ihr Empfinden. Lassen Sie Gedanken über andere los. Es ist für Ihre Heilung nicht wichtig, warum andere tun, was sie tun. Wenn Sie sich Gedanken machen wollen, dann nützen Sie dieses menschliche Tool um sich selbst kennen zu lernen.


- Was macht diese Situation mit mir?

- Welche Gefühle tauchen auf?

- Welche Wunden berührt sie?

- Wie kann ich für mich da sein?

...


Wenn wir von den 3 Urwunden ausgehen, die unser ganzes Leben beeinflussen, dann gibt es nur 3 Aufgaben, die es zu erfüllen gilt.


1. Heißen Sie sich willkommen, und zwar mit allem was Ihnen widerfahren ist.
2. Lieben Sie sich GENAUSO wie Sie sind.
3. Schützen Sie sich vor allem was Ihnen nicht gut tut...

... und Ihre inneren Anteile werden sich beruhigen und können reifen.








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© 2019 Susanne Bhangu, Transzendente Identitätsfindung, Wien    bhangu.susanne@gmail.com