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© 2019 Susanne Bhangu, Transzendente Identitätsfindung, Wien    bhangu.susanne@gmail.com

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  • Susanne Bhangu

Nicht gewollt sein-

Aktualisiert: 6. Dez 2019

- und mögliche Auswirkungen auf das Leben.

Wer von seiner Mutter nicht gewollt war, wird auch vom guten Leben nicht gewollt.

Wie wollen wir ein glückliches, erfülltes Leben führen, wenn der dafür verantwortliche Teil in uns nicht leben darf?

Als Jugendliche habe ich mich bereits gefragt, warum bei mir alles schief läuft. Warum ich bei Angelegenheiten, die andere mit Leichtigkeit schaffen, versage. Warum ich nicht vor Menschen zu reden wagte, (was mir in der Schule keine Vorteile brachte) und warum ich Partner anzog, die demütigend mit mir umgingen. Aus heutiger Sicht beeindruckend ist vor allem die Tatsache, dass Gewalt, in welcher Form auch immer, omnipräsent war und ich diesen ungebetenen Gast, niemals in Frage stellte. Vielmehr fühlte ich mich schuldig und unsicher, verstört und nirgendwo dazugehörig.

Mit mir stimmte etwas nicht, so meinte ich, und es schien etwas zu geben, dass im Hintergrund die Fäden zog. Wie an einem Gummiband wurde ich immer wieder zurückgezogen, sobald ich versuchte, vorwärts zu kommen. Mangel herrschte in jedem Bereich. Sei es auf materieller oder auf wärmender, zwischenmenschlicher Ebene. Es war immer zu wenig von allem da. Nur die Einsamkeit kam im Überfluss und auch mein Suchtverhalten schöpfte aus dem Vollen, denn es war nicht wählerisch.


Mit 22 erlebte ich dann die Spitze des Eisberges. Ich wurde Opfer einer Vergewaltigung und wie sich im Laufe meiner Verarbeitung herausstellte, hatte ich großes Glück, dieses schreckliche Erlebnis überlebt zu haben.


Meine Psyche tat das, was eine gut funktionierende Psyche in einer nicht auszuhaltenden Situation macht, sie half mir, diese überwältigende Erfahrung zu verdrängen. Mir fehlten schlichtweg die Ressourcen, damit umzugehen und so vergaß ich das Erlebte für Jahrzehnte.


Viele Therapiestunden über Jahre mit den unterschiedlichsten Methoden lieferten mir zwar hoffnungsvolle Gesprächszeit, aber geholfen haben sie mir wenig. Ich erkannte dadurch, dass ich Defizite aus der an mir ausgeübten Erziehung mitbrachte, aber wie sehr mich die Beziehung zu meiner Mutter beeinflusste, blieb mir verborgen.


Mein Weg heraus war ein langer, tiefdunkler Prozess und auch wenn ich mich heute über wärmende und nährende Beziehungen erfreue, auch materiell alles da ist, was ich brauche und ich bereits vielen Menschen, denen es ähnlich erging, Navigatorin sein darf, so fühle ich dennoch hin und wieder das Echo aus dem tiefliegenden Implantat meiner ersten Lebenszeit: Den verführerischen Sog, mich zu sabotieren, weil mich meine Mutter nicht wollte. Ein Appetit, der mich auch heute noch manchmal überkommt, als Symbol eines von Beginn an tief eingebrannten Entschlusses meiner damaligen"Welt", ich möge doch sterben.

Dieses NEIN zu mir in ein JA für mich zu ändern, war der Beginn meiner Heimkehr und auch meine Rettung.

Zu verstehen, dass die Ablehnung mir selbst gegenüber, die Ablehnung meiner Mutter spiegelte, half mir langsam ein Mitgefühl für mich und meine Geschichte zu empfinden.


Ich habe begonnen mich mit Entwicklungstraumata zu beschäftigen und verstanden, dass die Mutter- Kindbeziehung bereits während der Zeugung beginnt. Wie uns die eigene Mutter gegenüber gestimmt ist, so wird sich die Welt als Repräsentantin der Mutter uns gegenüber verhalten. Alle wichtigen Beziehungen fundieren auf der ersten "Liebesbeziehung", die wir erleben. Die Beziehung zur Mutter!

Wichtig ist mir zu erwähnen, dass ich niemandem Schuld zuweisen möchte. Niemand hat an irgendetwas Schuld. Unser Leben und das Leben aller anderen beruht auf Ursache und Wirkung. Wie Innen, so Außen, scheint eine leicht ausgesprochene Floskel zu sein, dennoch beinhaltet sie alle Weisheit, auf der unsere Welt aufgebaut ist.


Ich möchte Sie dazu ermutigen, sich Ihren vielleicht unglücklich verlaufenden, äußeren Umständen, durch Innenschau zu begegnen. Unsere tief verborgenen Wunden bluten so lange, bis wir uns ihnen zuwenden. Mit dem innigsten Mitgefühl, das uns Menschen zur Verfügung steht. Mit dem ehrlichsten Verständnis, dass wir imstande sind zu geben und mit einer Ehrfurcht, dem, vor Potenz überfließendem Leben gegenüber, dessen Ausdruck wir alle sind.


Wir sind reiner Lebensimpuls, der durch sich heraus gedeihen will. In aller Freude und Fülle. Mangel, Stagnation, Sabotage und Gewalt gehört nicht zu uns und sind höchstens Versuche, uns beim Gedeihen zu bremsen.


Stellen Sie sich vor, sie schauen in einen Spiegel und erkennen Staub auf Ihrer Nase. Wo werden Sie diesen beseitigen? In Ihrem Gesicht, oder im Spiegel?





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