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  • AutorenbildSusanne Bhangu

Meditation, wozu? ❤️

Aktualisiert: 16. Sept. 2023

Ein Versuch, das Unbeschreibliche zu beschreiben.


 
Einleitung

2020 wurde ich zum ersten Mal auf Dr. Joe Dispenza aufmerksam. Ich kaufte mir das Buch "Ein neues ICH" und war schnell begeistert von seiner Art, das Mystische wissenschaftlich zu erklären. Mir gefällt das. Er provoziert meinen kritischen Verstand und ihm gelingt es tatsächlich, dass meine Ratio meiner Intuition nicht mehr im Wege steht. Beide sich sogar gegenseitig beflügeln, anspornen immer weiter zu gehen, immer mehr Fragen zu stellen und sich die Antworten aus beiden Bereichen nicht mehr gegenseitig ausschließen.


Ich las also das Buch, habe die eine oder andere Meditation dazu gemacht und fand die Stimme des deutschen Übersetzers ganz sympathisch, also blieb ich dabei. Ich lernte grob, worum es beim Meditieren eigentlich geht.

Ganz einfach ausgedrückt: Die Beta-Gehirnwellen zu verändern um andere chemische Prozesse im Gehirn in Gang zu setzen, weil diese dann für andere Erfahrungen sorgen, ...


Easy! Außerdem gefiel mir die Tatsache, dass die Erklärungen unseres Verhaltens weniger in der Psychologie, sondern in der Chemie zu suchen sind. Das nahm mir die persönliche Komponente, an der wir Menschen nur all zu oft scheitern, wenn es um das große Vorhaben geht, uns zu verändern.


In der Dispenza Entdeckungszeit war ich oft unterwegs und nahm mir alle paar Wochen eine Auszeit. Ich gönnte mir die schönsten Appartements in Drünstein und Umgebung. Das ging über ein Jahr lang so. Diese Wochenenden waren meine ganz persönlichen Inseln in dieser verrückten C-Zeit.


Tür auf, hinter mir zu und ich konnte mich komplett fallen lassen. Nur ich,

eine stilvolle Umgebung, Natur und die Bücher von Dispenza.

Perfekt um meine hohen Beta-Gehirnwellen in ein niedriges Beta-Muster und vielleicht sogar in Alpha-Wellen zu versetzten. So der Plan.


2021, gegen Herbst herum, begann ich mit seiner empfohlenen Atmung.

Ich saß also wieder in einem Appartement, war komplett offen und ohne Erwartungen, setzte die Kopfhörer auf und folgte seiner Anleitung.


 
Boom!
 

Ich kann beim besten Willen nicht erklären, was da vor sich ging. Bereits beim ersten Atemzug, bei dem ich nicht Mal wusste, was ich da genau tat, durchfuhr mich ein Kribbeln und Beben und ein Gefühl von Erleichterung oder Dankbarkeit. Ich konnte zwar nicht zuordnen, wofür ich dankbar war, aber zur gleichen Zeit flossen Tränen des Glücks und dieser tiefen Demut über mein Gesicht. Das ging alles unglaublich schnell. Ich glaube, der Atemzug war noch nicht einmal beendet, als dieser Zustand einsetzte.


Ich war völlig geflasht! Bevor ich überhaupt nachdenken konnte fand ich mich erneute in der Atmung. Ich atmete wieder langsam und stetig ein,

zog meine Muskeln vom Beckenboden bis zum Oberbauch zusammen und das Beben in mir begann.

Ich war so glücklich, dankbar und demütig und wieder flossen die Tränen über mein Gesicht und mir war klar, dass ich einen Schatz gehoben hatte. In meiner Naivität dachte ich ein Wundermittel in "den Händen zu halten". Ich wollte das unbedingt in meine Beratung einfließen lassen, einfach nur um diese Glücksgefühle in den Menschen zu aktivieren.


Ich habe an diesem Wochenende beinahe ausschließlich diese Übung praktiziert und nach Anleitung meditiert. Sogar als ich im Zug nach Hause saß,

setzte ich mir die Kopfhörer auf und atmete mit dieser Technik. Immer und immer wieder kam der oben beschriebene Zustand und ich war sooooo unglaublich glücklich und satt und geborgen und frei. Ich fühlte mich frei alles tun zu können, frei von allen Begrenzungen, nahezu mächtig, fühlte ich mich.


Ich kürze ab. Zu Hause ankommen, ließ ich den Koffer beim Eingang stehen, stürmte in mein Zimmer, steckte mir die Köpfhörer ins Ohr und begann die Atmung.

NICHTS, gar nichts !!!

Ich war maximal verwirrt, beinahe schon etwas beleidigt. Was sollte das? Ich loggte mich bei den unterschiedlichsten Dispenza Foren ein und schilderte meine Erlebnisse.

Die Antworten der Foren-Mitglieder waren durchwegs dieselben.

Ich dürfe keine Erwartungen haben, solle "The Unkonwn" vertrauen und es spielerischer angehen.


Für alle, die sich nicht mit Dispenza befassen: The Unknown steht für die universelle Energie. Der Allgeist, wie es die Hermetiker nennen würden. Der Begriff Gott ist uns geläufig und es gibt wohl noch unzählige andere Begriffe für die ominöse Kraft, die hinter allem steht, ja alles erschaffen hat und verbindet.

Mögen wir an so eine Kraft glauben oder nicht, sie existiert, das haben unsere modernen Physiker längst bewiesen.


Nun, The Unknown also.


Meditieren

Da sich auch Tage nach meinem Appartement-Wochenende nichts tat und sich der Zustand bei der Atmung nicht mehr einstellte, entschloss ich mich die Meditationen zu vertiefen. Es gibt welche, in der man direkt zu The Unknown angeleitet wird. Sie bauen darauf auf, sich räumlich das NICHTS vorzustellen, die Dunkelheit und Tiefe des Alls, ja mehr noch, sich darin aufzulösen, sich zu verlieren, hinzugeben.


Ich kaufte mir einige Meditationen mit Dispenzers Originalstimme, wild entschlossen, dem NICHTS zu begegnen. Mittlerweile meditierte ich monatelang.

Morgens 20 Minuten, am Abend über eine Stunde. Ich erfuhr immer wieder ein Gefühl der Schwerelosigkeit, bemerkte allmählich, wie sich mein Geist leerte, ich ihn förmlich zurückstellen konnte. Je weniger ich meine Gedanken beachtete, umso länger hielt diese Schwerelosigkeit an. Ich forcierte den Zustand indem ich hinter meiner Schlafbrille, die alles verdunkelt, die REMphase simulierte. Schnelle Augenbewegungen in Kombination mit leichtem Schielen, versetze mich meist in eine Art Orientierungslosigkeit, die in der Schwerelosigkeit endetet.


Das gefiel mir sehr und ich fand mich damit ab, das unglaubliche Glücksgefühl bei der Atmung nicht mehr zu erreichen. Ich war wieder offen, neugierig, was sonst noch alles passieren könnte.


Kontakt

Die Meditationen wurden zu einem wichtigen Bestandteil in meinem Alltag. Mittlerweile waren es bis zu vier Stunden, die ich täglich meditierte. Oft auch mitten in der Nacht. Ich las und schaute alles, was ich über die Meditationen von Dispenza finden konnte. Kam immer schneller in die Schwerelosigkeit und konnte den Zustand auch länger halten. Innerlich wurde ich ruhiger, gelassener und auch körperlich ging es mir fantastisch. Für mich waren die Meditationen ein Weg der

Selbstregulierung. Eine Stärkung meiner Resilienz, auf allen Ebenen.


Eines Morgens setzte ich mich wieder hin, nahm mir 1,5 Stunden Zeit und entschied mich für The Alchemist. Nach der Atmung, womit diese Mediation beginnt, gab ich mich komplett der Musik hin. Mein Geist war da, aber stark im Hintergrund. Ich spürte mich in Trance versetzt und wieder in der vertrauten Schwerelosigkeit, als sich plötzlich am ganzen Körper die Haare aufstellten. In Wellen durchfuhr mich das Kribbeln und Beben, das ich aus der Atmung kannte, aber viel intensiver. Ich habe oft und lange überlegt, wie ich das Erlebte am besten mit Worten skizzieren könnte, und der Satz der immer wieder auftaucht ist folgender: "ES hat mich genommen". Ich tat da gar nichts mehr, ich habe diesen Zustand auch nicht hervorgerufen, ich wurde von einer Energie gepackt, die bis in jede einzelne Zelle meines Körpers eindrang. In Wellen kamen Energie-Schübe. Sanft und intensiv zu gleich. Gänsehaut am ganzen Körper und nicht wie sonst, wo ich meinen Geist leerte um etwas jenseits meiner Gedanken zu fühlen, war ich vollkommen präsent. Ich war da, machte mir 1000 Gedanken darüber was mit mir passierte und gleichzeitig gab ich mich hin. Dieser Zustand war noch viiiiiiieeeel besser, als der Zustand bei der Atmung im Appartement. Ich hatte so eine Freude und irgendwo auch die Gewissheit, dass dieser Zustand immer wieder käme.


Das tat er auch. Meine 4 Stunden täglich waren wie eine Sucht. Erst schob ich meinen Geist völlig in den Hintergrund, konzentrierte mich ausschließlich auf die Musik und lies los. Lies mich vollkommen los. Auflösung, Schwerelosigkeit, Trance, Gänsehaut, Energie, die in Wellen durch mich druchströmte und vollkommene Präsenz. Dies war so in etwa die Reihenfolge, die ich im Nachhinein beschreiben kann.


Aber damit war es nicht genug. Eines Tages, ich glaube es war die Energiezentren Meditation Nummer 5, zog ES mich, wie schon gewohnt, zu sich. Was auch immer mich da nahm, es fühlte sich absolut sicher an. Die Energie durchströmte mich wieder, Gänsehaut am ganzen Körper und das Kribbeln in jeder Zelle und dann, als wäre der Kontakt mit etwas so unerklärlichem nicht schon das Nonplusultra an mystischer Erfahrung, zog es mich nicht nur in etwas hinein sondern ich verschmolz zur Gänze mit dieser Energie. Was auch immer ich nun beschreibe reicht nicht im geringsten an die Erfahrung, die mir zuteil wurde, heran.


Ich verschmolz und mir war völlig klar, dass es KEINEN Unterschied zwischen mir und The Unknown gibt, ich wusste ALLES. Ich WAR The Unknown und dennoch ich. Ich war auch Sie, die Sie das hier lesen, ich WAR ALLES und WUSSTE ALLES. Die Energie durchzog mich, ich weinte vor Vollkommenheit, mein Körper vibrierte und meine Haare standen zu Berge, ich erkannte ALLES. Es gab auch keine Zeit oder einen Raum oder einen Körper und dennoch war ich noch Körper im Raum und irgendwie auch nicht. Mein Bewusstsein war DAS Bewusstsein,... Thorwald Dethlefsen erklärt in einem Buch ganz gut, dass es keinen Plural von Bewusstsein gibt. Es GIBT nur ein Bewusstsein und offensichtlich konnte ich all meine Zäune, die mein ICH begrenzen und somit auch nur einen Teil DES BEWUSSTSEINS erfassen, fallen lassen. Ich sah nicht nur "Gott" ich war es auch oder erkannte, dass es keinen Unterschied gibt, nur eine Abgrenzung, die mein kreiertes Selbst, mein ICH, aufgebaut hat. Im Nachhinein verstehe ich nun auch, warum das Streben nach der Selbstauflösung aller höher entwickelten unter uns (Dr. Susanne Cook Greuter),

so stark ist. Es ist der letzte Zaun, den Dethlefsen beschreibt, die letzte Grenze, die es abzureißen gilt, um zu erfahren, dass es NUR ein Bewusstsein gibt und wir und Gott, The Unknown und alles andere auf dieser Welt EINS sind/ ist.

Es gibt keine Trennung!

Diese Erfahrung ist nun ein halbes Jahr her und wie bei dem Zustand der Kontraktions-Atmung, habe ich sie nie wieder erlebt. Ich meditiere immer noch, aber weder das Beben, noch die Energie, die mich über ein halbes Jahr lang durchströmte, begegnen mir dabei.


Wieder bin ich maximal verwirrt und wie Sie vielleicht auch denken können, etwas gekränkt. Ein Teil von mir nimmt das persönlich, auch wenn ich weiß, wie kleingläubig und begrenzt dieses Verhalten ist. ABER, ich bin ok. damit. Ich bin davon überzeugt, dass mir diese Erfahrung etwas zeigen wollte, vielleicht brauche ich sie noch für etwas. Im Moment jedenfalls verschafft mir das Wissen darüber, dass ich im Grunde VIEL MEHR, ja sogar ALLES bin, was existiert, ein Maximum an Selbstakzeptanz. Ja mehr noch, eine Akzeptanz auch allem anderen gegenüber.

Ich kann das Leben nehmen, wie es ist. Die letzten Reste von Bewertungen, Ethik und Moral wirken auf mich wie poröse Konstrukte, Gebilde ohne Substanz, wie Schleier, zart und transparent, hinter die ich tatsächlich einen Blick geworfen habe.


Demut!

Nachtrag:16.09.2023

Ich meditiere seit 11 Tagen wieder täglich mit der Atmung.


Starkes Beben bei der Meditation. "ES hat mich wieder gepackt". Sehr intensiv, sehr eindringlich. Das Vibrieren kam wieder in Wellen und ich konnte einige Zeit darin verweilen.

Der Verdacht tut sich auf, dass ich es selbst bin, der den Kontakt ermöglicht oder nicht.

Spontan fällt mir das Wort HINGABE ein. Diesen Zustand der völligen Aufgabe jeglicher Kontrolle und Steuerungsimpulse. Der Geist galoppiert einfach dahin und speit Worte wie Bilder aus. Weder ignoriere ich diese, noch beachte ich sie. Der Blick geht hinter meine Augen, besser kann ich es nicht beschreiben. Aber nicht als bewusster Akt, sondern viel mehr als Resultat eines Absinken lassen. Fragen Sie mich nicht, was da absinkt, ... ich weiß es nicht. Ich entziehe mich, aber nicht kontrolliert, ... es fühlt sich wie aus dem Weg gehen an, weil es anders gar nicht möglich ist und doch bin ich passiv ...







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