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© 2019 Susanne Bhangu, Transzendente Identitätsfindung, Wien    bhangu.susanne@gmail.com

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  • Susanne Bhangu

Der Schatten. Teil 2

Aktualisiert: Feb 15

Was hat der Schatten mit unseren Symptomen zu tun?

Ein Symptom ist die Manifestation eines verdrängten, aber zu uns dazugehörigen Anteil, der uns zum Ganz- / heilsein fehlt.
Durch das Auftreten im Außen haben wir die Möglichkeit zu entdecken, um welchen verdrängten Aspekt es sich handelt.


In der Beratung suchen wir nach Ursachen für unser Leid. Wir wollen immer einen Ausgangspunkt, etwas, das uns erklären soll, woher die Symptome kommen.



Wir suchen nach traumatischen Ereignissen aus unserem Leben, weil wir meinen, dass Sie unser Leid hervorgerufen haben. Diese Herangehensweise ist weder richtig noch falsch und wir werden mit Sicherheit "Ursachen" finden. Immer. Wenn ich als Kind nicht sein durfte, mich niemand geschützt hat, werde ich alle möglichen Strategien in mir entwickelt und viele lebendige Aspekte in mir abgepaltet haben, um damit umgehen zu können. Nur ist die Ursache meines Leidens dann nicht das entdeckte Trauma, sondern eher die Reaktion darauf, also meine entwickelten Strategien oder Abspaltungen, um mit dem Ereignis leben zu können. Das Auffinden einer traumatischen Erfahrung dient quasi als Brücke zu den verdrängten Anteilen in uns, die sich in Aufstellungsprozessen zeigen.


Ob das Trauma bei der Geburt oder bereits davor, also pränatal, passiert ist, spielt dabei keine Rolle. Wir haben Methoden und Möglichkeiten auch in diese Zeit einzutauchen und wem auch das noch immer zu wenig ist, kann noch weiter gehen und sich all die Leben davor anschauen um nach DER URSACHE zu suchen.


Auch hier werden wir mit Sicherheit Gründe für unser Leid finden. Paradoxerweise sind wir lieber Opfer von Ursachen als Täter. Deshalb neigen wir auch dazu, uns nur "positive" Eigenschaften zuzuschreiben. Oder zumindest solche, die moralisch vertretbar, politisch korrekt und für die wir nicht geächtet oder aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden.


Ich arbeite selbst mit einer Resonanzmethode um verdrängte Anteile ins Bewusstsein zu holen. Je länger ich damit arbeite, desto auffälliger zeigt mir die Praxis, dass das Wissen über einen Auslöser und das Mitgefühl für mein erlebtes Leid alleine kein Heil bringt. Den Auslöser zu kennen, hilft mir zu verstehen. Mich mitfühlend um mich selbst zu kümmern, beruhigt mein Nervensystem (Polyvagaltheorie), integriert meine verlorenen Aspekte aber auch nicht.

Was ich jedoch beobachte ist, dass diejenigen, die sich ihren verdrängten Anteilen (Schatten) mutig zuwenden, sehr wohl in der Heilung weiter kommen.

In vielen Aufstellungsprozessen werden jedoch die abgespaltenen Anteile links liegen gelassen und genauso ungern betrachtet wie das Symptom und da wir nun wissen, dass beides ein und dasselbe ist, nur auf einer anderen Ebene, ist das Abwenden nur zu gut verständlich.

Weshalb also ein Symptom auftritt, ist für die Integration meiner im Unterbewesstsein liegenden Aspekte irrelevant, das sehe ich mittlerweile wie Thorwald Dethlefsen. Zum einen birgt die Suche nach einer Ursache die Gefahr, im Opfermodus hängen zu bleiben: "Meine Kindheit war halt so schwer. So viele Jahre mit diesen Strategien zu leben, das lässt sich nicht so einfach auflösen." usw. und zum anderen, und das sehe ich in den Aufstellungen immer wieder, kann der Fokus auf das Trauma, das gezielte Hinwenden zu den Anteilen, um die es wirklich geht, verhindern.


But that´s the key!

Wollen wir mithilfe eines Prozesses also etwas finden, dann weniger die Ursache des Symptoms, sondern die dahinterliegende energetische Information, sprich den Schatten.

Welche Aspekte von mir habe ich abspalten müssen oder wollen? Von welchen Eigenschaften in mir habe ich mich gelöst? Was fehlt mir um Ganz zu werden?



Das was mir fehlt, bezieht sich immer auf den energetischen Raum, denn es fehlt mir etwas im Bewusstsein! Es ist kein Körperteil, den ich abgespalten habe oder ein Organ, welches ich negiere. Die Ebene auf der mir etwas fehlt ist NICHT die materielle, wohl aber manifestiert sich der Schatten auf dieser.

Das kann in Form von Symptomen, Unfällen wie auch problematische Beziehungen und Umstände sein.



Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Ein Mann berichtet mir, dass er sich in einem Arbeitsumfeld aufhält, welches ihm nicht gut tun. Er erfährt keine Wertschätzung, fühlt sich übergangen und unwichtig. Seinen eigenen Worten nach ist die Situation zum aus der Haut fahren und so versucht er die Ursache für seine Lage zu finden. Er trifft auf das eine oder andere traumatische Erlebnis aus seiner Kindheit, versteht, warum er diese Arbeitsbedingungen aufsucht (reinszeniert), kann sich aber trotzdem nicht lösen, auch hat er zum Gefühl in sich keinen Zugriff, so glaubt er. Ich nehme jedoch eine starke Wut in ihm wahr, der emotionale Helfer, den er für Selbstbehauptung bräuchte, ist also sehr wohl in ihm.

Nach knapp einem Jahr kommt der Mann wieder. Die Situation, welche zum aus der Haut fahren war, hat sich tatsächlich zu einem Ausschlag entwickelt. Plakativer kann sich ein verdrängter Aspekt nicht in ein Symptom verwandeln. Wir stellen wieder auf, fokussieren uns diesmal aber auf die verdrängten Anteile mit dem Augenmerk auf das Symptom im Körper, wie auch außerhalb in Form der Eigenschaften, welche seine Kollegen repräsentieren (Spiegelung seines Schattens).

Seinen eigenen Standpunkt vertreten, sich behaupten und sich wichtiger als die anderen nehmen mithilfe seiner Wutkraft, sind Aspekte, die im Schatten liegen. Gelingt es dem Mann, diese Anteile bewusst in sein Leben zu holen, also sie leben zu lassen, sie auszuleben als Gegenpole seiner beherrschten Aspekte, seiner Tendenz sich unterzuordnen und zurückzunehmen, fehlt es ihm nicht mehr im Bewusstsein und die Symptome werden überflüssig. Sowohl in ihm als auch außerhalb von ihm in Form der Spiegelung seines Schattens.


Mal sind es Situationen im Außen, mal somatisieren wir, aber immer wenn uns etwas begegnet, worunter wir leiden, zeigt sich ein Schatten. Unsere Aufgabe ist es zu ergründen welche Abspaltung hinter diesem Schatten leben will. Wenn wir die Verbundenheit der jeweiligen Pole nicht verstehen, wenn wir nicht erkennen, dass es kein Gut ohne Böse gibt. Kein Ausatmen ohne Einatmen, keinen Frieden ohne Krieg. Wenn wir nicht begreifen wollen, dass sich die Pole gegenseitig bedingen und wir nur dann ganz werden, wenn wir auch den verdrängten Pol in uns leben lassen, dann bleiben wir auf dem Weg zur Heilung stecken.

Erlauben Sie sich so viele Aspekte wie nur möglich zu leben. Zensurieren Sie sich nicht und vertrauen Sie auf sich. Sie werden nicht losrennen und wild um sich schlagen oder rücksichtslos mit anderen Menschen umgehen. Aber Sie werden mehr Handlungsspielraum erlagen und sich wohler fühlen ohne die Erziehung, die Sie meinen, nun nach Ihren Eltern weiter auf Sie ausüben zu müssen. Wir brauchen keine Erziehung, das gilt für Erwachsene nicht weniger wie für Kinder. Wir brauchen Beziehung und Verständnis für uns selbst.

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